Urologische Informationen
Das Kind
Liebe Eltern,
vielleicht auch liebe Großeltern,
Sie sollten sich das äußere Genitale des Kindes von Geburt an in regelmäßigen Abständen anschauen. Zum Zeitpunkt der Geburt sollten beide Hoden im Hodensack zu sehen oder aber zu tasten sein und auch dort verbleiben. Gelegentlich stellt man fest, daß einer oder beide Hoden nach oben an die Leiste gleiten und spontan wieder zurück. Hierbei handelt es sich um Pendelhoden, die wenn sie sicher immer wieder spontan nach unten rutschen keiner Behandlung bedürfen. Sollten Sie sich nicht sicher sein oder einer oder beide Hoden nicht im Hodensack zu finden sein dann sollten Sie mit Ihrem Jungen bald den Urologen aufsuchen. Liegen die Hoden permanent nicht im Hodensack ist eine Behandlung unbedingt erforderlich. Bis zum zweiten Lebensjahr kann eine medikamentöse Therapie versucht werden. Ab dem zweiten Lebensjahr steigt das Risiko einer Hodenschädigung und der Funktionsbeeinträchtigung rapide an. Darum muß der Urologe frühzeitig entscheiden ob ein medikamentöser Behandlungsversuch noch einen Sinn macht oder ob man gleich den oder die Hoden operativ in den Hodensack verlagern und dort fixieren muß. Einen solcher Eingriff führen wir heutzutage ambulant durch.
Auch der Penis Ihres Jungen bedarf der regelmäßigen Inspektion. Die Vorhaut sollte sich mühelos nach hinten zurückziehen lassen, so daß die Eichel völlig frei liegt. Ebenso mühelos muß sie wieder nach vorne zurückgestreift werden können, um die Eichel zu bedecken. Sollten Sie als Mutter sich hier nicht sicher fühlen ziehen Sie Ihren Ehemann zu rate oder fragen Sie den Urologen. Manchmal stellt man fest, daß die Vorhaut relativ eng oder stückweise verklebt ist und daß das Kind sich wehrt wenn Sie die Vorhaut nach hinten streifen möchten. In solchen Fällen sollten Sie während des Bades versuchen die Vorhaut zurückzustreifen. Kleinere Verklebungen können so gelöst werden. Relative Engen können sich weiten wenn man die Vorhaut regelmäßig vorsichtig zurückzieht. Sollte sich die Eichel bläulich verfärben wenn Sie eine relativ enge Vorhaut zurückziehen dann müssen Sie die Vorhaut rasch wieder nach vorne in Ihre Ausgangsposition schieben. Wenn Sie in dieser Situation zuwarten kommt es zu einer bedrohlichen Schwellung (Paraphimose) in Folge deren die Eichel Schaden nehmen kann. In solchen Fällen, bei ausgedehnten Verklebungen und sehr enger Vorhaut sollten Sie den Urologen zu Rate ziehen. Eine hochgradige Enge wird, entgegen vieler guter Ratschläge, nicht von alleine weit. Hier sollte bald ein kleiner operativer Eingriff (Circumcision) erfolgen, den wir ambulant durchführen können.
Ein weiteres und oftmals kompliziertes Problem ist das Einnässen (Enuresis) des Kindes. Das Kind erlernt zwischen dem 2. und 4. Lebensjahr die Kontrolle über die Harnblasenfunktion. Dieser Lernprozeß spielt sich auf der Rückenmarkschiene und im Gehirn unbewußt ab. Einige Kinder sind früher und anderer später trocken. Zahlreiche innere und äußere Faktoren (z. B. Harmonie innerhalb der Familie) spielen hier eine große Rolle. Umfassende Ausführungen würden den Rahmen dieses Heftes sprengen und besprechen wir gerne mit Ihnen persönlich.
Sie als Eltern sollten aufmerksam werden wenn Ihr Kind nach dem 4.-5 Lebensjahr in der Nacht noch einnässt. In solchen Fällen ist es unbedingt erforderlich eine Anomalie des Harntracktes bei Ihrem Kind auszuschließen bzw. bei Vorliegen einer organischen Erkrankungen diese zu behandeln. Bitte schieben Sie in solchen Fällen eine fachurologische Untersuchung und ggf. Behandlung im Interesse Ihres Kindes nicht auf.
Sollte das eine oder andere Problem bei Ihrem Kind oder Enkel vorliegen oder Sie sich nicht sicher sein, dann vereinbaren Sie einen Gesprächstermin mit uns. Bringen Sie bitte möglichst das betroffene Kind mit, damit wir uns das Problem anschauen können.
Wir Urologen beraten Sie gerne !
Inkontinenz
In unserer modernen Gesellschaft leiden mehr Mitmenschen unter ungewolltem Urinverlust als Sie glauben. Die meisten Mitmenschen schlagen sich lange Jahre mit diesem Problem herum und erfinden die verschiedensten Hilfen zur Selbsthilfe ehe sie sich überwinden können mit ihrem Arzt darüber zu reden. Wir wollen Ihnen helfen den ersten und für Sie schwierigsten Schritt zu tun. Wir müssen über Ihr Problem frei reden um die vielfältigen Ursachen zu erkennen und dann die für Sie richtige Behandlung einzuleiten.
Es leiden mehr Frauen als Männer unter unwillkürlichem Urinverlust. Beim Mann handelt es sich zumeist um eine Begleitsymptomatik im Rahmen einer Prostataerkrankung. Bei der Frau unterscheidet man verschiedene Formen der Inkontinenz. Wir möchten Ihnen hier die beiden wichtigsten und häufigsten kurz vorstellen, die auch nicht selten in kombinierter Form auftreten.
Bei der Streß-Inkontinenz kommt es zu unfreiwilligem Urinabgang beim Husten, Heben von schweren Lasten, Niesen und körperlicher Anstrengung. Ursache hierfür ist eine erworbene Schwäche des Blasenschließmuskels und der Beckenmuskulatur. Ursachen können z.B. starke Dehnung oder sogar Zerreißung von Muskelfasern während der Geburt sein. Eine solche Schädigung der Muskulatur ist um so größer je schwerer das Kind ist und je mehr Geburten die Frau hatte. Als Folge einer mehr oder weniger ausgeprägten Veränderung der Muskulatur kommt es zu einer Lageabweichung der Beckenorgane (Blase, Harnröhre, Gebärmutter, Darm) und somit zur Beeinträchtigung des Verschlußapparates. Eine weitere Hauptursache ist die Übergewichtigkeit (Adipositas). Hierdurch werden die Organe im kleinen Becken und der Beckenboden entsprechend der Schwerkraft nach unten gedrückt, was ebenso zu einer Funktionsminderung des Verschlußapparates führt. Zunächst geht der Urin nur tropfenweise ab und später, bei zunehmender Inkontinenz, kann es bei körperlicher Anstrengung zu schwallartigem Urinverlust oder sogar Urinverlust im Liegen kommen.
Die Dranginkontinenz (Urge-Inkontinenz) beschreibt den unwillkürlichen Urinabgang als Folge eines plötzlichen starken Harndranges mit dann unwillkürlicher und nicht mehr verhinderbarer Blasenentleerung. Dies kann bei geringer, aber auch bei mittlerer Blasenfüllung passieren. Eine Verschlimmerung dieser Symptomatik findet man während einer Infektion oder bei anderweitiger Schädigung der Harnblase (z. B. nach Bestrahlung). Die Ursache hierfür ist eine überempfindliche Harnblasenschleimhaut und/oder ein überaktiver Blasenmuskel. Die Dranginkontinenz ist zu unterscheiden von der Reizblase.
Die Diagnostik dieser Erkrankung ist sehr umfangreich. Begonnen wird mit einer körperlichen Untersuchung und einer Sonographie der Nieren und der Organe im kleinen Becken. Es folgt die Funktionsdiagnostik der Nieren mit Darstellung der oberen Harnwege und Blase (Urographie). Es wird zusätzlich eine Röntgenaufnahme im Stehen angefertigt, wobei man feststellt ob die Harnblase absinkt oder abkippt (Spezialaufnahmen). Weiterhin werden die Harnröhre und die Scheide genau untersucht, sowie die Harnblase gespiegelt (Cystoskopie) um Veränderungen der Blasenschleimhaut (Entzündungen, Steine) zu erkennen. Ebenso beurteilt wird die Lage der Harnblase gegenüber den anderen Organen im kleinen Becken. Als letzte und aufwendigste Untersuchung wird eine Blasendruckmessung (Cystomanometrie) und eine Harnflußmessung (Uroflowmetrie) erfolgen. Hierdurch erhalten wir genaue Kenntnisse wie sich die Blase während der Füllungs-, Speicherungs- und der Entleerungsphase verhält.
Unter Berücksichtigung aller erhobenen Untersuchungsbefunde ist es uns dann möglich die Ursache Ihres ungewollten Urinverlustes zu erkennen und die entsprechende Therapie einzuleiten. Oftmals muß die Therapie aus einer Kombination verschiedener Behandlungsstrategien bestehen weil eine kombinierte Inkontinenz (sog. Streß-Urge-Inkontinenz) vorliegt. Selbstverständlich kann die eine oder andere Form der Inkontinenz derart überwiegen, daß Sie ihnen bisher gar nicht bewußt geworden ist.
Bei der Therapie der Streß-Inkontinenz muß unbedingt das sehr oft vorhandene Übergewicht deutlich reduziert werden. Parallel dazu erfolgt eine gezielte Kräftigung der Beckenbodenmuskulatur durch tägliches häusliches Muskeltraining. Dies kann zu Beginn unter krankengymnastischer Anleitung oder innerhalb einer Selbsthilfegruppe erfolgen. Auch eine Kräftigung der Beckenbodenmuskulatur durch Reizstromanwendung kann erfolgversprechend sein. Es können auch verschiedene mechanische Hilfsmittel, welche in die Scheide eingelegt werden und damit die abgesunkene Blase nahezu in ihre ursprüngliche Position zurückdrücken zum Einsatz kommen. Wenn diese Maßnahmen langfristig keinen Erfolg zeigen, beziehungsweise die Inkontinenz zunimmt kann eine operative Lagekorrektur der Harnblase, beziehungsweise des Blasenverschlußapparates versucht werden. Leider beobachtet man, daß einige Jahre nach einer erfolgreichen Operation die Inkontinenz wieder auftritt. Dies ist auch ein Problem unserer Wohlstandsgesellschaft in der viele Menschen übergewichtig sind und hierdurch die Blase, wie obig beschrieben, erneut nach unten gedrückt wird.
Die Therapie der Urge-Inkontinenz muß medikamentös behandelt werden. Die Anwendung von Reizstrom kann auch hier hilfreich sein. Ist eine hartnäckige Infektion der Grund für die Urge-Inkontinenz so muß diese Infektion zuerst, wenn nötig über eine längere Zeit, antibiotisch behandelt werden.
Um einer Inkontinenz vorzubeugen sollten Sie auf jeden Fall versuchen Ihr Idealgewicht zu erreichen und zu halten. Regelmäßige gymnastische Übungen der Beckenbodenmuskulatur sind bereits im Vorfeld einer Inkontinenz sinnvoll. Kurieren Sie Entzündungen der Harnblase richtig, unter ärztlicher Anleitung, aus. Hierzu gehört selbstverständlich der Einsatz antibiotisch wirkender Medikamente um Ihre Gesundheit rasch und zuverlässig wieder herzustellen. Sie sollten keinesfalls Angst vor einer gezielten antibiotischen Behandlung unter ärztlicher Kontrolle haben.
Blasenentzündung
Zumeist handelt es sich um eine akute Entzündung der Blase (Cystitis) aufgrund derer es leicht zu einer begleitenden Entzündung der Harnleiter (Ureteritis) und des Nierenbeckens (Pyelonephritis) kommen kann. Die Ursache für eine solche akute Infektion sind Bakterien oder Pilze, welche leicht vom äußeren Genitale über die Harnröhre (Urethra) in die Blase gelangen können. Die Harnröhre der Frau ist nämlich nur ca. 4cm lang. Zumeist handelt es sich um Darmbakterien, welche sich im feuchten Milieu des aüßeren Genitale und dann später der Blase sehr rasch vermehren können.
Die typischen Symptome sind ein gehäufter Harndrang, wobei sich dann auf der Toilette nur eine relativ geringe Menge Urin entleert. Das Wasserlassen ist zudem schmerzhaft mit Brennen in der Harnröhre.
Die erforderliche Basisuntersuchungen sind: Körperliche Untersuchung, Urinuntersuchung mit Anzüchtung der Bakterien und Auswahl des richtigen Antibiotikums und die Ultraschall-untersuchung. Wenn es sich nicht um die erste Infektion handelt müssen weiterführende Untersuchungen (Röntgen, Blasenspiegelung) durchgeführt, weil dann nämlich eine organische Erkrankung, aufgrund derer es immer wieder zum Infekt kommt, ausgeschlossen werden muß. Findet sich eine solche organische Erkrankung muß diese zunächst behandelt werden um das Risiko weiterer Infektionen zu senken.
Die Therapie der akuten Cystitis besteht im Allgemeinen in vermehrter Flüssigkeitsaufnahme zur Durchspülung der ableitenden Harnwege und einer sinnvollen Antibiotikabehandlung.
Eine Urinkontrolle ist 3-5 Tage nach der letzten Antibiotika-Einnahme erforderlich.
Vorbeugen können Sie erneuten Infekten durch: Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme (2,5 bis 3 Liter; bei Herzerkrankungen nach Rücksprache mit Ihrem Hausarzt). Achten Sie auf die Hygiene nach dem Stuhlgang, auf öffentlichen Toiletten, in Schwimmbädern und Saunen. Auch der Geschlechtsverkehr ist ein Risikofaktor. Vermeidung Sie kalte Füße und längeres Sitzen auf kalter Unterlage.
Wenn Sie an gehäuften Blasenentzündungen leiden, empfehlen wir Ihnen, die folgenden Anweisungen genau einzuhalten, damit die Behandlung mit Medikamenten erfolgreich sein kann und keine oder seltener neue Entzündungen auftreten:
Die 13 Regeln zum Erfolg:
Wenn Sie keine bekannte Herzerkrankungen haben, trinken Sie mind. 2 ½ Liter Flüssigkeit am Tag. Es sollten etwa 1 ½ Liter Harn pro Tag ausgeschieden werden.
Schützen Sie sich vor Unterkühlung; nasse Kleidung so schnell wie möglich oder Badeanzüge sofort nach dem Bad wechseln.
Bei Harndrang sofort zu Toilette gehen, nicht zu lange anhalten. Normal ist 4- bis 6- maliges Wasserlassen am Tag.
Beim Wasserlassen nicht mit der Bauchmuskulatur pressen; nicht in angespannter Hockstellung Wasser lassen.
Vermeiden Sie Stuhlverstopfungen, am besten durch reichliches Essen von Obst u. Gemüse. Nach d. Stuhlgang von vorne (Scheide) nach hinten (After) abwischen, nie dasselbe Stück Toilettenpapier 2x benutzen.
Keine Intravaginal- Pessare zur Empfängnisverhütung verwenden.
Gehen Sie nach jedem intimen Zusammensein innerhalb von 15 Minuten zum Wasserlassen.
Falls Analverkehr durchgeführt wird, sollte nicht direkt danach vaginaler Geschlechtsverkehr erfolgen.
Nicht übertrieben häufig den Intimbereich waschen, insbesondere nicht mit Seife, Desinfektionsmittel, Intimsprays oder Intimlotions, auch keine Bidets benutzen. Mit all diesen Maßnahmen machen Sie nur den Säureschutzmantel Ihrer Haut kaputt. Am besten nur mit den Händen und mit warmen Wasser waschen und danach die Haut abtupfen.
Denken Sie bitte daran, daß jede Körperregion ihren eigenen spezifischen Geruch hat. Dieser ist Teil des Abwehrmechanismus von Erkrankungen. Wenn Sie diesen Geruch beseitigt haben, mögen sie vielleicht besonders rein sein, aber dann haben Sie auch alle Abwehrmechanismen beseitigt. Im Intimbereich braucht man nicht nach den neuesten Modeparfüms zu duften.
Die beste Reinigung für den Intimbereich ist ein Sitzbad ohne jede Zusätze in warmen Wasser das gilt auch für Wannenbäder.
Täglich frische,weite Baumwollunterwäsche tragen, keine Kunstfasern oder Kunststoffe.
Alle Männer sollten , täglich die Vorhaut, bzw. die Eichel bis zur Kranzfurche reinigen. Auch hier ist übertriebende Hygiene zu meiden. Eine Reinigung vor dem Geschlechtsverkehr ist selbstverständlich. Partner von Patientinnenen mit häufig wiederkehrenden Harnblasen Entzündungen und Vorhautverengungen oder häufigen Entzündungen an der Eichel sollten sich umgehend Urologen zur Untersuchung und Behandlung vorstellen.
Prostataleiden
Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist eine kastaniengroße Drüse die unterhalb der Blase des Mannes gelegen ist. Sie produziert ein milchiges Sekret, den Hauptanteil der Samenflüßigkeit. Dieses Sekret ist für die Beweglichkeit der Samenzellen wichtig. Die Prostata wächst während der Pubertät und dann ab dem 40. Lebensjahr. Dies ist die langsame gutartige Vergrößerung der Prostata. Hierdurch kommt es zu einer langsamen Einengung der Harnröhre und damit zur erschwerten und oft unvollständigen Entleerung der Harnblase. Eine unvollständige Blasenentleerung (Restharn) kann verschiedene Erkrankungen der Blase und auch der Nieren nach sich ziehen. Deshalb ist die gutartige Prostatavergrößerung (BPH) behandlungsbedürftig.
Eine vorübergehende Anschwellung der Prostata mit den gleichenartigen Symptomen findet man bei einer Prostatitis (Entzündung der Prostata) aber auch durch übermäßigen Alkoholgenuß oder Unterkühlung nach längerem Sitzen auf kaltem Boden.
Die typischen Symptome der BPH sind: Schwacher Harnstrahl, Startverzögerung, Nachträufeln, gehäufter nächtlicher Harndrang (Nykturie), Restharn, Entzündungen. Eine schmerzhafte Komplikation ist der akute Harnverhalt (Harnsperre), wobei die Blase über einen Katheter entleert werden muß. Um Ihre Beschwerden objektiv zu erfassen bedienen wir uns des IPSS-Score (International Prostata Symptom Score). Hierzu bitten wir Sie einen speziellen Fragebogen auszufüllen. An Hand dieser standardisierten Angaben kann dann später der Erfolg der Behandlung sehr einfach und deutlich aufgezeigt werden.
Die Diagnostik der Prostata umfaßt die Tastuntersuchung mit dem Finger im Enddarm sowie die Ultraschalluntersuchung der Prostata mit einem speziellen Schallkopf. Weiterhin erforderlich ist die Beurteilung der oberen Harnwege, sprich Nieren, Harnleiter und Blase, um Auswirkungen der Prostatavergrößerung auf diese Organe frühzeitig zu erkennen. Hierzu bedienen wir uns der Ultraschalluntersuchung des Bauches und der Röntgenuntersuchung der Nieren mit Beurteilung der ableitenden Harnwege. Zum Ausschluß einer Enge in der Harnröhre (Urethra) ist eine zusätzliche Röntgenuntersuchung (CUG) erforderlich. Um Entzündungen auszuschließen wird der Urin untersucht. Des weiteren wird ein bestimmter Blutwert das "PSA" (Prostataspezifisches Antigen) untersucht, der dem Urologen in gewissen Grenzen Auskunft über eine mögliche bösartige Veränderung in der Prostata gibt. Als erweiterte Untersuchung kann auch noch eine Blasenspiegelung erforderlich werden. Sollte die Prostata in irgendeiner Form auffällig sein so würde zusätzlich eine Gewebsentnahme von der Prostata erforderlich werden um eine bösartige Erkrankung auszuschließen.
Bei der Therapie der BPH stehen uns an erster Stelle pflanzliche Medikamente (Phytopharmaka) wie Brenneselwurzel, Kürbiskernsamen und Sägepalmenextrakt zur Verfügung. Eine Steigerung der medikamentösen Behandlung ist die Einnahme von sogenannten Alpha-Blockern. Das sind chemische Substanzen die den Blasenauslaßwiderstand vermindern und damit die Blasenentleerung verbessern. Diese Verbesserungen sind zum einen für Sie als Patient als Erleichterung des Wasserlassens zu verspüren und für uns als Ihre behandelnden Urologen objektiv meßbar in Form der Harnstrahlkurve (Uroflow) und der Restharnbestimmung. Können die objektiven Parameter durch die Medikamente nicht nachhaltig und befriedigend gebessert werden oder kommt es zu einer Harnsperre so ist eine operative Behandlung der BPH unumgänglich. Wann der Zeitpunkt für eine Operation erreicht ist kann Ihr Urologe durch regelmäßige Kontrollen der oben aufgeführten Untersuchungen erkennen und wird dies dann mit Ihnen besprechen.
Sie sollten die Ihnen verordneten Medikamente regelmäßig einnehmen und sich ausreichend bewegen. Langes Sitzen, Nässe und Kälte sind zu vermeiden. Es ist wichtig ausreichend zu trinken, wobei sich ein übermäßiger Alkohol- und Kaffeegenuß negativ auswirken kann, ebenso wie scharf gewürzte Speisen.
Ganz allgemein ist eine ballaststoffreiche Ernährung von Vorteil.
Durch regelmäßige urologische Kontrollen der Untersuchungsbefunde und Ihres subjektiven Befindens bezüglich des Waserlassens besteht die Möglichkeit die gutartige Vergrößerung der Prostata (BPH) über einen längeren Zeitraum erfolgreich mit Medikamenten zu behandeln. In bestimmten Fällen, die wir gerne mit Ihnen besprechen, können auch alternative Behandlungsmethoden, z.B. die Wärmebehandlung zur Anwendung kommen. Stellt Ihr Urologe bei den Kontrollen allerdings fest, daß es durch die vergrößerte Prostata zu einer Beeinträchtigung anderer Organe wie Blase, Harnleiter oder Nieren gekommen ist, so ist in diesen Fällen die operative Behandlung der Prostata unumgänglich. Es gibt verschiedene Operationsmöglichkeiten der Prostata die wir dann mit Ihnen besprechen werden.
Pilzinfektion
Wir möchten Ihnen zunächst erklären, wie Pilze sich in unserem Körper verbreiten,
damit Sie Verständnis für die durchzuführenden Maßnahmen haben.
Fußpilze können in die Mundhöhle gelangen, und dort werden sie zu Speichelpilzen und umgekehrt.
Aus dem Mund und Rachen gelangen die Pilze in die Luftwege.
Speichelpilze gelangen in die Speiseröhre, Magen und Darm.
Darmpilze kommen über die Unterwäsche in den Genitalbereich.
Aus dem Genitalbereich gelangen Pilze an Oberschenkel und Füße.
Ü ber Hände und Füße erfolgt ebenfalls Pilzaustausch.
Von den Fingern gelangen Pilze auf den behaarten Kopf und auch um- gekehrt vom Kopf zu den Fingern.
Pilze kommen über die Finger auch an die Ohren.
Um die lästigen Eindringlinge wieder loszuwerden, beachten Sie bitte folgende Ratschläge:
Allgemeines:
Sie haben schon gelesen, daß sich Pilze in jeder beliebigen Körper-region ansiedeln können, denn Pilze wandern, wohin sie wollen.
Unterbrechen Sie die Wege der Pilzwanderung, wo immer es möglich ist.
Ansteckung:
Pilze finden sich häufig an Orten, wo viele Menschen zusammenkommen. Besonders leicht anstecken kann man sich beim Barfußlaufen z.B. in Schwimmbädern, Saunen, in Umkleidekabienen und auf Teppichböden in Hotels. Tragen Sie deshalb an diesen Orten Bade- oder Hausschuhe.
Hygiene:
Pilze wollen sich ausbreiten, auch von einem Menschen zum anderen. Geben Sie den Pilzen so wenig Chancen wie möglich. Eine sorgfältige, nicht übertriebene Hygiene hilft, Infektionsrisiken zu verringern. Pilze mögen keine Sauberkeit. Duschen Sie möglichst täglich mit wenig oder ohne Seife und trocknen sie sich sehr sorgfältig ab.
Bekleidung:
Pilze haben es gerne warm und feucht. Vermeiden Sie es Unterwäsche zu tragen, die nicht luftdurchlässig ist. Bevorzugen Sie Baumwollen gegenüber synthetischer Fasern.
Wäschepflege:
Pilze in der Wäsche sterben durch Kochen oder Desinfektion. Unterwäsche, Handtücher (bei Fußpilz auch Strümpfe) müssen beim Waschen gekocht werden. Wenn dies aufgrund der Textilfaser zusammensetzung nicht möglich ist, wird die Wäsche in einer Desinfektionsmittellösung gespült und anschließend normal gewaschen. Desinfektionsmittel bekommen Sie in Aphoteken und Drogerien (Fachpersonal nach pilztötenden Mitteln befragen).
Ernährung:
Pilze lieben Zucker. Meiden Sie stark zuckerhaltige Nahrungs- und Genußmittel (Backwaren, Süßigkeiten, Limonaden). Bekämpfen Sie die Pilze "von innen" durch Verzehr von ballaststoffreichen Speisen (Gemüse, Salat) und durch milchsäurehaltige Produkte (Sauermilch).
Therapiedauer:
Pilze sind hartnäckig. Auch wenn die äußeren Krankheitserscheinungen bereits verschwunden sind, kann der Pilz in tieferen Hautschichten noch vorhanden sein. Verwenden Sie die verordneten Arzneimittel noch eine Weile weiter, damit der Pilz nicht von neuem sprießt.
Harnsteine
Harnsteine (Urolithiasis) sind auskristallisierte Harnbestandteile, die durch Anlagerung weiterer Kristalle immer größer werden. Diese Harnsteine können überall im Harnsystem (Niere, Harn-leiter, Blase, Harnröhre) vorkommen.
Eine der wichtigsten Ursachen für die Entstehung von Steinen ist die zu geringe Flüssigkeits-aufnahme bzw. Flüssigkeitsausscheidung. Weitere Ursachen sind Stoffwechselerkrankungen (z.B. erhöhte Harnsäure (Hyperurikämie) und die erhöhte Konzentration von bestimmten Substanzen im Harn (z.B. Kalzium, Zystin, Kalium, Phosphat und Oxalsäure). Aber auch Entzündungen und Abflußbehinderungen können zur Steinbildung führen. Man unterscheidet im wesentlichen Harnsäuresteine (14 %), Kalziumoxalatsteine (75 %), Zystinsteine (1 %)., Phosphatsteine (10 %).
Das Symptom bei Steinen ist typischerweise die wiederholte Kolik. Dies ist ein sehr heftiger wellenförmiger Schmerz, bei dem der Harnleiter versucht den Stein, als einen Fremdkörper, durch zusammenziehen der Harnleitermuskulatur mit den Urin in die Blase zu transportieren. Hierbei kann der Harnleiter aber auch verstopfen, was dann zu Nierenschmerzen durch eine Harnrückstauung führt.
Die Steindiagnostik besteht aus der körperlichen Untersuchung, der Urinuntersuchung, der Ultraschalluntersuchung und der Röntgenuntersuchungen ohne und mit Kontrastmittel. Nur mit Hilfe all dieser Untersuchungen kann der Urologe eine Aussage über die Größe und Lage des Steines sowie über die Wahrscheinlichkeit des spontanen Abganges und eine eventuelle Harnstauung machen.
Die Therapie der Beschwerden durch einen Stein kann sehr umfassend und langwierig sein. Begonnen wird immer mit der Behandlung der akuten Schmerzen. In Abhängigkeit von den Untersuchungsergebnissen und der erreichten Schmerzfreiheit kann dann der Urologe aufgrund seiner Erfahrungen entscheiden ob der Stein von alleine abgehen kann, das heißt ob man zuwarten kann oder ob weitere Maßnahmen erforderlich sind. Meistens wird mit sogenannten konservativen Maßnahmen begonnen. Das bedeutet, daß der Patient/die Patientin ausreichend Schmerzmittel und harntreibende Medikamente bekommt. Zudem muß er/sie viel treppenlaufen und jede Urinportion sieben damit der Stein gefunden wird und untersucht werden kann (80 % Spontanabgänge). Führen solche Maßnahmen in angemessener Zeit nicht zum Steinabgang bzw. zur anhaltenden Beschwerdefreiheit, so wird Ihr Urologe Sie in eine Fachklinik einweisen in der die Ärzte verschiedene Möglichkeiten haben den oder die Steine zu behandeln.
Eine Steinauflösung ist nur bei Harnsäuresteinen und bedingt auch bei Zystinsteinen möglich. Für eine solche Auflösung benötigt man aber viel Zeit.
Nach erfolgreicher Steinbehandlung kann eine erneute Steinbildung nicht verhindert werden. Aber man sollte versuchen einer erneuten Steinbildung vorzubeugen. Die wichtigste Maß-nahme hierzu ist eine reichliche, gleichmäßig über den Tag verteilte, Flüssigkeitsaufnahme (2,5-3 l/Tag), damit die Konzentration der Substanzen im Urin so niedrig wie möglich gehalten wird. Hierzu am besten geeignet sind Leitungs- und Quellwasser sowie Kräutertees. Abhängig von der Zusammensetzung Ihr ersten Steines, welcher hoffentlich genau untersucht werden konnte, sind dann zusätzliche Maßnahmen bezüglich der Ernährung zu beachten. Hierzu halten wir spezielle Merkblätter für Sie bereit. Sollten Sie einmal kein solches Merkblatt erhalten haben sprechen Sie uns bitte darauf an. Zudem sehr wichtig ist ausreichende Bewegung.
Nach einer erfolgreichen Steinbehandlung, ob der Stein nun vollständig entfernt werden konnte oder ob noch Steinreste im Hohlsystem verblieben sind, müssen regelmäßige urologische Kontrollen durchgeführt werden. Hierzu gehören regelmäßige Ultraschalluntersuchungen und Röntgenkontrollen. Diese beiden Untersuchungen ergänzen sich gegenseitig und dienen der frühzeitigen Diagnose erneuter. Die Intervalle dieser Kontrolle werden von Ihrem Urologen individuell festgelegt und dem Behandlungsverlauf angepaßt.